Pflanzliche Fettsäuren senken Blutdruck und Blutfette

 

Bisher galt Seefisch als der Lieferant Nr. 1 für gesundheitsfördernde Fettsäuren. Aber auch pflanzliche Öle wie das Leinöl haben das Potenzial, die (Herz-)Gesundheit zu schützen.  Eine aktuelle Studie der Universität Jena zeigt interessante Ergebnisse. Es ging darum, einen alternativen pflanzlichen Omega-3-Lieferanten zu finden.

Umweltverschmutzung, Überfischung und die ständig steigende Weltbevölkerung lassen Fisch als Nahrungsmittel  knapp werden. Aquakultur stellt derzeit keine Alternative dar. Fisch aus Wildfang enthält deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren. Außerdem enthält Fisch heutzutage häufig Schwermetalle, Stoffe, die den Hormonhaushalt stören, Pestizide, Antibiotika und dergleichen. Fischöl wäre also keine gesunde Omega-3-Quelle.

Lein(samen)öl gilt als besonders ergiebige Quelle für eine Fettsäure, die ähnlich wie die Omega-3-Fettsäuren aus Seefischen zu den gesundheitsfördenden Fettsäuren gehört, nämlich der Alpha-Linolensäure.

Das Anliegen der Wissenschaftler (s. Quelle) bestand darin, positive Effekte von Leinöl auf herzspezifische Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhte Blutfette aufzuzeigen. Außerdem ging es den Forschern darum, eine alternative pflanzliche Omega-3-Fettsäure-Quelle zu finden, die vergleichbare Potenziale wie die tierischen Fettsäuren aufweist. Es würden nun auch Vegetarier/  Veganer von den positiven Effekten des Leinöls als pflanzliche Quelle profitieren.

 

Im Rahmen der Studie nahmen die Patienten (neun Männer und zehn Frauen) über einen Zeitraum von acht Wochen täglich zwei Esslöffel Leinöl zu sich. Der Verzehr von Fisch war ihnen  strengstens untersagt. Im Vergleich zum Beginn der Studie ließen sich nach acht Wochen ungefähr doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren im Blut der Probanden nachweisen. Zudem konnten sowohl die Blutdruckwerte als auch die Blutfette, sowie das Cholesterin  gesenkt werden.

Bei Omega-3-Fettsäuren handelt es sich um essentielle, d.h. lebenswichtige Fettsäuren. Besonders reichlich sind sie enthalten in Leinöl, aber auch in Hanf-, Perilla oder Walnussöl. Sowie in Chiasamen, Algen, Samen und Nüsse, Spinat, Grünkohl, Endivie und Pastelein.

 

Warum ist Omega-3 so wichtig?

In einer typisch westlichen Ernährung nehmen wir meistens zu viel Omega-6 und Omega-9-Fettsäuren zu uns, jedoch zu wenig Omega-3. Diese  sollten aber im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Ideal ist ein Verhältnis zwischen 2:1 und 4:1 (Omega-3 und Omega-6). Bei den meisten Europäern liegt das Verhältnis zwischen 10:1 und 30:1.

 

Wussten Sie, dass Omega-Öl auch beim Abnehmen helfen kann?

Der Körper braucht generell Omega-Fettsäuren in einem ausgewogenen Verhältnis, um gesund zu bleiben.  Wer genügend essentielle Fettsäuren zu sich nimmt, wird schneller abnehmen als Menschen, die beim gleichen Ernährungsmuster nicht ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen. Das Omega-Öl fördert nämlich die Fettverbrennung. Dabei ist es selbstverständlich wichtig, dass man sich ausreichend bewegt. Dies wurde durch eine groß angelegte australische Studie nachgewiesen (Quelle).

Fette haben einen starken Sättigungseffekt, wodurch man weniger isst. Die ‚gesunden Fette‘ sind auch enthalten in Lebensmitteln auf Basis von Nüssen, Ölen und Samen mit einem hohen Schmelzpunkt. Wie zum Beispiel Kokosöl, Olivenöl, Walnüsse, Mandeln usw.

 

Die Pionierin  Dr. Johanna Budwig beschäftigte sich bereits in den 60-er Jahren mit den positiven Wirkungen von Leinöl auf  Körper und  Psyche. Ihre Thesen über die gesundheitlichen Vorteile der Öl-Eiweiß-Kost, besonders in der Krebstherapie wurden nach vielen Jahren wissenschaftlich bestätigt.

 

Quark-Leinöl-Creme: (nach Dr. Budig)

3 Esslöffel Leinöl,
2-3 Esslöffel Milch (falls möglich Rohmilch/Vorzugsmilch),
100 g Magerquark,
1 Teelöffel Honig

Obst oder Gemüse nach Belieben

– alle 4 Zutaten mit dem Handrührgerät zu einer Creme verrühren, so dass am Rand keine Spuren des Öls mehr zu sehen sind.

Hinweis:
Wer Leinöl in seine tägliche Ernährung integrieren möchte, sollte beachten, dass Leinöl schnell oxidiert und damit ungenießbar wird. Deswegen sollte es möglichst dunkel und kühl gelagert werden und sollte schnell aufgebraucht werden.

 

Quellen:

Professor Brian Peskin und Omega-Öle http://www.brianpeskin.com/

Alison Hill Studien: https://scholar.google.com.au/citations?user=35wY-0QAAAAJ&hl=en

 

Melanie Köhler: www.uni-jena.de/Mitteilungen/PM130319_Alpropreis_Koehler.html?highlight=melanie%2A+k%C3%B6hler%2A

Aman Prana